Liebe Gemeindemitglieder, liebe Gäste!
JAHRESLOSUNG 2026:
„GOTT SPRICHT: SIEHE, ICH MACHE ALLES NEU!“ (OFFENBARUNG 21,5)
NOCH NICHT BEREIT
Frühling und Sommer vorüber. Viel zu schnell!
Noch nicht bereit
für den Herbst und den Winter.
Kaum den Frühling gerochen, die Wärme des Sommers genos-sen.
Und nun schon welkende Blätter sehen?
Nun schon stürmische Herbst-winde ertragen?
Kurz nur erblüht,
gerade erst Frucht angesetzt. Und nun schon Ernte einfahren? Etwa bald nur noch von Vorräten zehren?
Noch nicht bereit
für den Herbst und den Winter. Noch nicht bereit für Kälte und Starre.
Noch so viel Sehnsucht nach Wärme, nach Leben.
(Gisela Baltes)
Ich kenne solche Gedanken, wenn der Juli und August durchs Land ziehen: „Das kann doch nicht sein, dass der Sommer schon bald wieder vorüber ist! Er hat doch erst gerade angefangen!“
Nun gut, bei den Hitzewellen, die wir in diesem Sommer hatten, freut sich mancher vielleicht doch auf Herbst und kühlere Temperaturen…
Im Leben gibt es immer wieder Situationen, in denen wir denken: „Jetzt doch bitte (noch) nicht! Ich bin dafür (noch) nicht bereit!“ – für eine Veränderung, für etwas Neues, für eine Aufgabe, für eine Partnerschaft, für ein Kind, für einen Abschied, für eine Trennung, für eine Krankheit, für den Tod.
Immer wieder geschieht es, dass wir nicht gefragt werden, ob wir bereit sind. Oft kommt Neues oder Schweres auf uns zu – und wir müssen uns dem einfach stellen. Manchmal kommen Kälte und Frost, obwohl wir noch so viel Sehnsucht nach Wärme und Leben haben.
Das betrifft uns momentan auch als Kirche in dem großen Veränderungsprozess, dem wir uns stellen müssen. Wir nehmen es an, wir gehen es an, etwa im Kirchenvorstand. Und trotz dem einen oder anderen Kälteschauer haben wir noch immer das Gefühl: „Wir schaffen das!“
Das Wichtigste, wenn man „Ich bin (noch) nicht bereit!“ denkt, ist wahrscheinlich, sich eine positive Einstellung zum Leben, wie es ist und auf uns zukommt, zu bewahren. Sich immer neu einzuüben, das Gute zu sehen. Neue Chancen. Die Hoffnung, dass Potentiale auftauchen. Dass man mehr Kraft und Ausdauer hat als vermutet. Dass es Unterstützung und Hilfe gibt. Dass Menschen einen mittragen.
Das Leben auch im Herbst und im Winter annehmen, mit dem aufgefüllten Speicher einer sonnigen Sommerzeit – das ist eine Herausforderung.
Der Kälte und dem Frost trotzen – und trotz widriger Umstände es angehen, sich neu einzurichten, sich neu zu finden im Leben – das ist die immer neue Aufgabe.
Begleitet und getragen auch von dem wärmenden Zuspruch Gottes, der uns auch in schwierigen Zeiten begleitet: „Denn er hat seinen Engeln befohlen, dasssie sich behüten auf allen deinen Wegen!“
Diese Erfahrung des Behütet-Werdens wünsche ich Ihnen und Euch persönlich. Diese Erfahrung des Behütet-Werdens wün-sche ich uns als Kirche und Gemeinde – auch in diesen Zeiten des Wandels
Ihr/Euer Pfarrer Uwe Six
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