Schutzkonzept zur Prävention sexualisierter Gewalt

Die evangelisch-lutherische Landeskirche in Bayern (ELKB) hat von allen Gemeinden und Einrichtungen gefordert, bis Ende 2025 ein Schutzkonzept zur Prävention sexualisierte Gewalt zu erstellen. Unser Kirchenvorstand hat sich seit Mai 2024 mit einem kleinen Team bis Juli 2025 mit der Erstellung dieses Schutzkonzeptes befasst, wir haben es von der zuständigen Stelle im Landeskirchenamt prüfen lassen und Ende 2025 im Kirchenvorstand beschlossen. Es wurde viel Zeit, Energie und Sorgfalt in diese Erarbeitung investiert – dafür möchte ich insbesondere Renate Reichart und Katrin Horn Dank sagen, die mit mir zusammen den Prozess der Erstellung gegangen sind.

Folgendes Leitbild wurde beschlossen:
Jeder Mensch ist nach Gottes Ebenbild geschaffen. Dies verleiht uns Menschen Würde – unabhängig von Alter, Geschlecht, sexueller Identität, Behinderung oder ethnischer Herkunft. In unserer Kirchengemeinde wollen wir diese Würde achten.

Wir übernehmen Verantwortung für den Schutz der uns anvertrauten Personen vor grenzüberschreitendem Verhalten und Übergriffen, vor physischer, psychischer und sexualisierter Gewalt. Gewalt hat keinen Raum in unserer Gemeinde.
Wir wollen Menschen, ganz besonders Kindern und Jugendlichen, sichere Räume bieten und einen sicheren Rahmen schaffen, in dem Nähe, Gemeinschaft und geteilter Glaube erlebt werden können.

Wir wissen dabei um die Möglichkeit, dass da, wo Menschen einander begegnen, auch das Risiko für Verletzungen und Fehler besteht. Diese werden, wenn sie geschehen, nicht verschwiegen. Wo es zu Grenzüberschreitungen oder gar Übergriffen kommt, unterstützen wir aktiv den Umgang mit Beschwerden und Fehlern. Dabei orientieren wir uns an einer Kultur der Achtsamkeit.

In unserem Verhaltenskodex, den alle hauptberuflichen, neben- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden in einer Selbstverpflichtung unterschreiben, wird deutlich, wie dieses Leitbild in unserer täglichen Arbeit konkret wird.
Alle Mitarbeitenden der Kirchengemeinde werden über dieses Schutzkonzept informiert und unterschreiben einen Verhaltenskodex.

Es geht vor allem um Sensibilisierung und Achtsamkeit. Eigene und fremde Grenzen wollen wir wahrnehmen und schützen. Wir möchten als Gemeinde offene, aber geschützte Räume anbieten, in denen sich Menschen sicher fühlen können.

Wir werden in Zukunft amSchwarzen Brett, auf der Homepage und im Gemeindebrief Ansprechpersonen veröffentlichen, an die man sich wenden kann, wenn es zu Übergriffen oder Missbrauch kommt.

Wir hoffen und wünschen uns, dass es dazu in unserer Kirchengemeinde nicht kommt und sind deswegen achtsam im zwischenmenschlichen Umgang miteinander, sprechen etwaige Grenzüberschreitung oder Fehlverhalten an und wollen Sorge dafür tragen, dass die Kirchengemeinde ein guter und heilsamer Ort für zwischenmenschliches Miteinander ist und bleibt.

Pfarrer Six